31 Juli 2026

Irgendwann in den letzten Jahren hat sich etwas verschoben. Hotels bieten Bett, Bad, Frühstücksbuffet – und das war's. Wer etwas mehr will, zahlt viel mehr und bekommt trotzdem dasselbe: einen Raum, der genauso aussieht wie der im Stockwerk drüber. Glamping denkt das anders. Statt austauschbarer Zimmer gibt es Unterkünfte, die zur Landschaft gehören, zur Region, manchmal zu einem Jahrhunderte alten Anwesen. Statt Minibar und Klimaanlage gibt es Hot Tubs, Privatgärten und Strände, an die das nächste Hotel gar nicht rankommt.

Drei Unterkünfte, drei Situationen, in denen das Hotel keine Chance hat.

Canonici di San Marco in Venetien: Wenn das Drumherum wichtiger ist als die Stadt

Für wen: Wer Venedig sehen will, aber nicht in Venedig schlafen möchte – wegen der Preise, des Lärms, der winzigen Zimmer und der Touristendichte, die selbst nachts nicht nachlässt.

Das Canonici di San Marco liegt 20 Minuten außerhalb der Stadt, mitten im Park einer venezianischen Villa aus dem 17. Jahrhundert. Sechs Luxuszelte, jedes mit eigenem Charakter, antiken Möbeln, handgefertigten Details und einem Kingsize-Bett mit hochwertiger Bettwäsche. Dazu ein privater Garten, ein eigenes Bad mit Dusche und ein Panorama-Pool, der zwischen den historischen Mauern der Barchesse eingebettet liegt – ein Motiv, das kein Hotelpool je erreichen wird.

Was den Unterschied zum Hotel wirklich ausmacht: der Concierge. Er organisiert alles, von der Weißweinverkostung in Treviso über private Gondelfahrten bis zum Chic Picnic bei Kerzenschein im Innenhof. Das Gourmet-Frühstück wird täglich serviert, sonntags als entspannter Brunch mit warmen Speisen und lokalen Produkten. Venedig ist nah genug für Tagesausflüge, weit genug, um dem Trubel danach zu entkommen. Wer noch mehr Luxus Glamping in Italien sucht oder sich einen Überblick über Glamping in Venetien verschaffen möchte, findet auf unserer Länderkarte weitere Optionen.

Eckdaten: Ab 315 €/Nacht für bis zu 5 Personen, Haustiere willkommen (1 großes oder 2 kleine), ganzjährig geöffnet.

Camping Taïga Costa Calida in Spanien: Wenn der Strand das Hotel ersetzt

Für wen: Wer ans Meer fährt, aber nicht zwischen Betonhotels, reservierten Liegestühlen und Hotelpool-Gedränge landen will.

Das Camping Taïga Costa Calida liegt in der Cala Morena bei Cartagena, terrassenförmig in einen Naturschutzgebiet eingebettet, mit über 320 Sonnentagen im Jahr und einem eigenen Privatstrand an einer geschützten Bucht mit kristallklarem Wasser. Die Lodge-Zelte sind terrassiert in die Hügel gebaut, mit Meeresblick und einer überdachten Holzterrasse – das Upgrade auf die Seaview-Variante lohnt sich. Wer Glamping am Meer in Spanien sucht, findet hier eine der ruhigsten Buchten der gesamten Costa Cálida.

Was kein Hotel liefert: diese Lage. Der Naturpark Sierra de la Muela grenzt direkt ans Gelände, Wanderwege zu einsamen Buchten starten vor der Haustür. Der große Außenpool liegt sonnig zwischen den Hügeln, das Animationsprogramm reicht von Yoga bis Bogenschießen, und das Restaurant serviert frischen Fisch mit Meerblick. Cartagena ist nur 10 Kilometer entfernt und bietet ein gut erhaltenes römisches Theater und lebhafte Terrassenrestaurants für einen Städteausflug. Wer mit Kindern kommt: Das flache, ruhige Wasser der Bucht ist ideal zum Schwimmen lernen, und unter Glamping mit Kindern in Spanien finden sich weitere familiengeeignete Optionen an der spanischen Küste.

Eckdaten: Ab 70 €/Nacht, Safari Arena 2 für Paare oder Safari Arena 5 (Seaview) für Familien bis 5 Personen, ganzjährig geöffnet, keine Haustiere.

Nutchel Cabins im Elsass: Wenn das Erlebnis das Zimmer ist

Für wen: Wer ein verlängertes Wochenende im Elsass plant und mehr will als ein Hotelbett zwischen zwei Weinproben – nämlich eigenen Hot Tub, Waldluft und eine Terrasse, auf der man morgens niemanden teilt.

Die Nutchel Cabins liegen in Plaine im Elsass, eingebettet zwischen den Vogesen und dem Rhein, in einem Forest Village das genau so aussieht, wie der Name verspricht. Die Tiny Houses gibt es für 2, 4 oder 6 Personen, jedes mit Doppelbett, kleiner Küchenzeile, Holzterrasse und dem Highlight, das kein Hotel in der Region bietet: einem eigenen privaten Hot Tub direkt vor der Haustür. Dazu eine Holzsauna auf dem Gelände, ein Außenpool, Fahrradverleih und die Möglichkeit, morgens einen Elsässer Frühstückskorb zu bestellen. Wer die Kategorie erkunden will: Unter Tiny Houses und Wellness Glamping finden sich weitere Konzepte dieser Art, und für Paare lohnt ein Blick auf Romantisches Glamping.

Was das Elsass als Glamping-Destination unterschätzt wird: Die Region liefert alles, wofür Menschen nach Frankreich fahren – Weinkultur, historische Dörfer, Gastronomie – und bleibt dabei deutlich ruhiger als Straßburg oder Colmar. Die Wanderwege durch die Vogesen starten direkt vom Gelände, im Sommer locken die Seen der Umgebung zum Baden, im Winter ist Skifahren möglich. Ein Wochenende reicht, um vollständig abzuschalten.

Eckdaten: Ab 130 €/Nacht, Größen für 2 bis 6 Personen, Haustiere willkommen, ganzjährig geöffnet.

Das Fazit, kurz und ehrlich

Ein Hotel gibt dir ein Zimmer. Glamping gibt dir einen Ort. Das ist der eigentliche Unterschied – und er zeigt sich in allen drei Unterkünften: im venezianischen Innenhof beim Abendaperitif, an der einsamen Bucht in Cartagena und im eigenen Hot Tub im Elsässer Wald.

Wer einmal so übernachtet hat, bucht das nächste Hotelzimmer mit ganz anderen Augen.

Schau dir alle drei Unterkünfte direkt an und vergleiche die aktuellen Verfügbarkeiten – gerade im Sommer sind die besten Plätze schnell weg.